GEG mbH
Deponie I: Der älteste Abschnitt der späteren „Zentraldeponie Halle-Künsebeck“ wurde von 1966 bis 1982 mit Haus- und Gewerbeabfall befüllt.
Die Deponien Halle-Künsebeck I und II liegen in abgebauten Kalksteinbrüchen des südlichen Kammes vom Teutoburger Wald. Nach Norden, Osten und Westen bilden die steil abgebauten Kalkfelsen den Deponierand und nach Süden gab es die Ausfahrten für die Kalkstein-Lorenbahn. Diese Ausfahrten wurden dann für die Sickerwasserleitungen genutzt.
1965/66 erhielt der erste Bauabschnitt eine Basisabdichtung. Auf einer Ausgleichsschicht wurde eine Schicht aus 12 cm dickem Bitumen-/Mineralgemisch 0/35 eingebaut. Diese Abdichtung wurde damals als besondere Sicherung hervorgehoben. Des Weiteren wurden zwei oder drei Sickerwassersammler auf der Basisabdichtung installiert, was seinerzeit auch eine Neuerung war. Das führte dazu, dass nach ein paar Jahren das Landesamt einen Labor-Container einrichtete und erste Untersuchungen der Sickerwasseranalytik gemacht wurden.
Bis 1975 war die Stadt Halle/Westfalen der Betreiber und nach der Gebietsreform erfolgte der Betrieb durch den Kreis Gütersloh. Ab dann wurde für den Einbau ein Kompaktor eingesetzt. 1977 folgte die erste Erweiterung der Deponiebasis. Auf einer 10 cm Sandbettung wurde die Basis mit einer 2 mm NPE-Folie und wieder mit einer 10 cm Sandbettung als Schutzschicht hergestellt. Die steil abgebauten Kalkfelsenwände wurden mit Folien abgehängt, die nicht verschweißt wurden. Das geschah offensichtlich, um einen Sickerwassereintrag in den Felsen zu verhindern; an Gasaustrag hat damals noch keiner gedacht.
Bis 1982 wurde die Deponie I bis auf eine Höhe 220 müNN aufgefüllt. Nach langem Hin und Her wurde von 1989 bis 1991 eine Oberflächenabdichtung mit fünf Kombibrunnen für die Sickerwasserförderung und die Entgasung gebaut. Die Baumaßnahme wurde dann auch durch eine behördliche Fremdüberwachung begleitet.
Aufbau der Oberflächenabdichtung:
- Schutz- und Rekultivierungsschicht d > 100 cm (Abraum, Kalkschotter, Mutterboden)
- PE-Vlies 450 g/m²
- mineralischer Flächenfilter 8/32 (d = 30 cm)
- PE-Vlies 450 g/m²
- zweilagige mineralische Dichtung d > 60 cm (kf: 1 x 10-9 m/s) • PE-Vlies 450 g/m²
- Gasdrainage 4/32 (d > 30 cm)
- PE-Vlies 450 g/m²
Es wurde eine aufwändige Oberflächenwasserfassung, getrennt von der Drainagewasserfassung, mit separaten Mengenauswertungen hergestellt und bis heute mit umfangreichen Wetterdaten dokumentiert. Die gesamte Entwässerung funktioniert wie ein 6 ha großes Lysimeter. Die Entwicklung und Wirksamkeit der Rekultivierungsschicht könnte hier wissenschaftlich ausgewertet werden, ist aber seitens der Bezirksregierung bzw. der GEG mbH nicht erforderlich. Es war nicht vorgesehen, die 1966 hergestellten Sickerwassersammler mit freiem Auslauf in den Kanal zu reinigen oder zu kontrollieren. Als 1991 die fünf Kombibrunnen auch an den Kanal angeschlossen wurden, ergaben sich einige Probleme. Später wurde eine Leitung zum Sickerwasserbecken der Deponie II verlegt, da keine Erfahrungen der kommunalen Kläranlage mit Deponiesickerwässern vorhanden waren.
Zur Erfassung der Gesamtsituation wurde 2000 vom Büro Ruppert, Braunschweig, eine Simulation der Deponie I unter Nutzung sämtlicher erfasster Daten mit einem „Help-Modell“ erstellt. Dabei wurde festgestellt, dass die Oberflächenabdichtung der Deponie I mit ca. 4,5 ha mineralischer Oberflächenabdichtung im Durchschnitt jährlich 5.000 m³ Wasser in den Deponiekörper infiltriert und nur ca. 1.000 m³ als Sickerwasser abgeleitet werden. Der Rest von 4.000 m³ Sickerwasser sickert in den Grundwasserleiter ein.
Geologie und Hydrologie am Standort Künsebeck
Der Teutoburger Wald entstand ungefähr zeitgleich mit den Alpen. Die vorher waagerecht aufgebauten und liegenden Erdschichten wurden hochgedrückt und im Laufe der Erdzeitalter entstand der heutige Teutoburger Wald. Er besteht aus drei parallelen Höhenzügen zwischen Osnabrück, Bielefeld und Detmold. Der mittlere und höchste besteht aus Buntsandstein, der nördliche und der südliche bestehen aus Kalksteinen der Oberkreide. Unsere Deponie liegt im südlichen Höhenzug, in einem Kalksteinbruch auf den Schichten des abgebauten Cenoman-Kalkes und Cenoman-Pläner. Auf dem Cenoman-Kalk liegt der Turon, ein Mergelstein. Die Oberfläche des Cenoman-Kalkes war eine lange Zeit der Erdgeschichte die Landoberfläche und ist in dieser Zeit stark verwittert und abgedichtet, bevor sich dann der Mergelstein des Turons darauf aufgebaut hat. Diese dichte Schicht hat einen großen Vorteil für den Standort der Deponie, denn das belastete Grundwasser in den Klüften der Cenoman-Schichten kann nicht durch die Turon-Schichten in den quartären Grundwasserleiter fließen.
Die klüftigen Cenoman-Schichten, in denen das belastete Grundwasser ist, tauchen in Richtung Süden ab und liegen in
1 bis 2 km Entfernung schon in einer Tiefe von 300 bis 400 Metern unter dem Gelände, hier ist das Wasser in den Klüften extrem salzhaltig mit einer sehr hohen Dichte. Das ist wieder ein Vorteil für den Deponiestandort, denn das belastete Grundwasser hat eine wesentlich geringere Dichte und kann nicht in tiefere Schichten eindringen.

Abb. 1: Hydrogeologischer Schnitt (Quelle Schmidt und Carstensen, Beratende Hydrologen)

Abb. 2: Hydrochemisches Monitoring (Quelle Schmidt und Carstensen, Beratende Hydrologen)
Der Weg des belasteten Grundwassers ist, wie im ganzen Teutoburger Wald, der Austritt aus den Quellhorizonten in den Quertälern der Kalksteinrücken, also in unserem Fall der Bereich der Trennschicht zwischen Turon und Cenoman, im Tal des Künsebecker Baches. Hier ist auch am Anfang der 80er Jahre zum ersten Mal deutlich das Sickerwasser ausgetreten mit der Folge eines Fischsterbens in sämtlichen unterhalb liegenden Teichen.
Der verunreinigte Quellbereich und das Wasser wurden mit einer Pumpanlage in den Kanal geleitet. Inzwischen wird aus insgesamt 4 Grundwassermessstellen und einem Abwehrbrunnen kontinuierlich zwischen 0,5 und 2,5 m³/Std gepumpt. Das Wasser der Quellfassung ist seit ca. 10 Jahren wieder so sauber, dass es in den Künsebecker Bach fließt. Das Quellwasser wird weiterhin kontinuierlich durch eine Leitfähigkeitsmessung überwacht und im Falle einer Grenzwertüberschreitung werden sofort Pumpen eingeschaltet, die das Wasser in den Kanal einleiten.
Deponie II: Der jüngere Teil der „Zentraldeponie Halle-Künsebeck“ -DK II- wurde mit dem ersten Bauabschnitt 1982 be-gonnen und abschnittsweise in der Basis bis 1990 immer wieder erweitert. Hier sind dann auch die Entwicklungsschritte der Abfallwirtschaftsgesetze zu verfolgen.
Ausbaustufen der Basiserweiterung Deponie II:
- 1980/82 kam auf den Kalkstein eine Sandbettung, darüber eine 2,5mm HDPE-Folie mit einer 30 cm starken Sandschicht als Schutzlage und Entwässerung
- 1987/88 wurde eine 2-lagige 60 cm dicke mineralische Dichtung (kf 1 x 10-9 m/s), darauf eine 2,5 mm HDPE-Folie und eine 50 cm Drainageschicht (8/16 mm) verbaut.
- 1990 wurde eine 4-lagige, 100 cm dicke mineralische Dichtung (kf 1 x 10-10 m/s), darauf eine 3,0 mm HDPE-Dichtungs bahn und 50 cm Drainageschicht (8/16 mm), darauf 70 cm Granulat Schutzschicht gebaut
Die Größe der abgedichteten Basis ist ca. 7 ha, Teilbereiche haben keine Basisabdichtung und sind ausschließlich mit mineralischem DKI-Material aufgefüllt. Die Gesamtoberfläche ist ca. 10 ha.
Die gesamte Fläche hat ein Sickerwasserleitungsnetz, von dem bis heute noch ca. 2.000 m befahrbar sind, die einmal im Jahr gereinigt und mit der Kamera befahren werden. Durch den Felsuntergrund gab es bei der Deponie in Künsebeck nie ein Problem mit Setzungen an der Basis.
Der Aufbau des Abfalls war anfangs einfach als Schüttkegel angelegt, erst später wurde dann mit einer Raupe und schließlich mit einem Verdichter eingebaut. Der Müll wurde aber nie direkt an die Kalksteinwände angeschüttet.

Abb. 3: Müllschüttung bis ein paar Meter vor die Felswand (Quelle: GEG mbH)
Als dann klar wurde, dass doch ein wesentlich größeres Deponievolumen benötigt wird, begann der Aufbau einer aufwändigen 40 m hohen Steilwandabdichtung vor der Felswand. Die Stabilisierung erfolgte mit einer Gabionenwand. Zwischen Felswand und Gabione wurde eine 1 m breite Tondichtung aufgebaut, die zum Felsen eine Kluftwasserdränage mit einer Ableitung zu einem Kontrollschacht beinhaltete. Es ist davon auszugehen, dass das austretende Kluftwasser in anderen Bereichen wieder versickert, so dass an dem Schacht erst gar kein Kluftwasser ankommt. In dem Kontrollschacht konnte zumindest bis dato noch kein Kluftwasser beobachtet werden.

Abb. 4: Bau der Felswandabdichtung mit vorgesetzter Gabione (Quelle: GEG mbH)
Am 31.12.1999 wurde der Deponiebetrieb eingestellt und der frisch eingebaute Hausmüll lag auf der gesamten fast 10 ha großen Fläche offen. Die anfallenden Sickerwassermengen reagierten auf Niederschläge extrem schnell und das Speichervolumen des Sickerwasserspeichers war mit 440 m³ begrenzt. Die Gesamtmenge betrug immerhin ca. 45.000 m³/Jahr. Ein Teil wurde nach Westerwiehe zu der 35 km entfernten, eigenen Sickerwasserkläranlage transportiert und der andere Teil zu einer 15 km entfernten Großkläranlage.
Zu diesem Zeitpunkt gab es noch kein genehmigtes Konzept für das weitere Vorgehen; die Vorstellungen über eine Oberflächenabdichtung liefen zwischen Betreiber, Politik und Genehmigungsbehörde völlig wirr durcheinander. Im Jahr 2000 schaffte es das Büro Ruppert mit einem zusammenfassenden Gutachten über die bestehenden Genehmigungen und Änderungsanträge, eine genehmigungsfähige Lösung zu erarbeiten. Die 10 ha wurden in einen Altbereich von 3,5 ha mit eher geringen Setzungen und einen Neubereich von 6,5 ha mit zu erwartenden großen Setzungen eingeteilt. Für den Altbereich galt weiter die bestehende Genehmigung zur Endabdichtung mit einer mehrlagigen mineralischen Abdichtung und einer KDB mit einer REKU-Schicht aus ortsüblichem Material. Der Neubereich sollte vorerst eine temporäre Oberflächenabdichtung erhalten, um die Sickerwassermengen zu reduzieren.
2000/2001 wurde folgender Aufbau hergestellt:
Für die Herstellung der Oberflächenform mit brauchbaren Gefällen (max. 1:3) wurde teilweise mit Böden und Bauschutt (Belastung bis DKI) die Vorprofilierung aufgebaut. Auf diese Schicht wurde dann als Trag- und Ausgleichsschicht eine 30 cm schichtstarke HMV-Schlacke aufgebracht, die vor Ort über viele Wochen unter Begleitung der Uni Münster aufbereitet wurde.
Auf eine Sandschutzschicht kam dann die eigentliche temporäre Dichtung, eine 2,0 mm starke KDB vom Typ Carbofol 406 mit beidseitiger Oberflächenstruktur. Als Windsicherung dienten Altreifen, die im Raster von 5 x 5 m mit Seilketten gesichert wurden.
Dann kam die Zeit der Beobachtung und Planung und es standen folgende Fragen im Raum.
- Wie verhalten sich die Setzungen?
- Wie entwickelt sich die Sickerwasser-Menge und Konzentration?
- Ändert sich die Grundwasserbelastung?
- Wie entwickelt sich die Quelle am Künsebecker Bach?
- Wie entwickeln sich Gasmenge und Qualität?
- Wie verhält sich die temporäre KDB in Bezug auf Setzungen und Witterung?
- Wie entwickeln sich die Oberflächenwassermengen der beiden Deponien?
- Wie funktioniert die Versickerung des Oberflächenwassers?
- Wie können wir den Analysenaufwand der ca. 55 Grundwassermessstellen und 5 Abwehrbrunnen optimieren?
- Lässt sich die temporäre KDB-Abdichtung in die Endabdichtung integrieren?
- Was machen wir mit der temporären KDB, wenn die Endabdichtung gebaut wird?
- Lässt sich die bisher genehmigte Endabdichtung optimieren?
- Wie werden wir bauen?

2015-2017 Bau der Oberflächenabdichtungen BA1 und BA2
Nach dem Abklingen der Setzungen wurde dann im Jahr 2015 der erste Bauabschnitt (Altbereich) der endgültigen Oberflächenabdichtung mit einer Fläche von ca. 26.000 m² oberflächengedichtet.
Das Abdichtungssystem besteht aus einer LAGA-eignungsbeurteilten Bentonitmatte vom Typ Bentofix NSP 4900 LAGA, einer BAM-Kunststoffdichtungsbahn Carbofol MegaFriction/MegaFriction und einer Schutz- und Dränagematte vom Typ Secudrain RZ 331 WDZ 701 RZ 201 natürlich auch mit BAM-Zulassung, so dass das Abdichtungssystem im vollen Umfang der Deponieverordnung entspricht.
Das gewählte Oberflächenabdichtungssystem, mit Geokunststoffen der NAUE GmbH & Co. KG, war der GEG mbH von den bereits rekultivierten Deponien Westerwiehe 1 und 2 als kostengünstiges und schnell zu installierendes, zugelassenes Abdichtungssystem bekannt. Der 2. Bauabschnitt wurde dann im Winter 2015 nach der Fertigstellung des ersten Abschnittes mit dem gleichen System, allerdings mit einer Fläche von 63.000 m² ausgeschrieben. Zuvor musste aber die temporäre Abdichtung geräumt werden, um die Flächen des 2. Bauabschnittes profilieren zu können.
Die GEG mbH hat die 15 Jahre alte, noch voll funktionstüchtige temporäre Kunststoffdichtungsbahn vom Typ Carbofol 406 2,0 mm f/f an den Schweißnähten herausschneiden lassen und für eine weitere temporäre Abdichtungsmaßnahme auf einer Deponie veräußert.
Die Profilierungsarbeiten konnten nun mit den GPS-gesteuerten Planierraupen ausgeführt werden.
Auf der Trag- und Ausgleichsschicht wurde dann das Abdichtungssystem mit den Komponenten Bentofix NSP 4900 LAGA, Carbofol 507 2,5 mm MegaFriction / MegaFriction BAM sowie Secudrain RZ 331 WDZ 701 RZ 201 installiert.
Um die rekultivierte Deponie Halle-Künsebeck in das Landschaftsbild des Teutoburger Waldes mit den typischen mageren Kalksteinebenen eingliedern zu können, stimmte die Bezirksregierung Detmold einem regionalen, kalksteinhaltigen Abdeckboden aus dem benachbarten Steinbruch Müller, auf einer zuvor installierten 20 cm schichtstarken Sandschicht, zu.
Der erosionsstabile Abdeckboden trotzte bislang allen Starkregenereignissen und bedarf nur eines minimalen Pflegeaufwandes, so dass die Nachsorgekosten überschaubar bleiben.

Abb. 5: Temporäre Abdichtung mit Altreifenballastierung

Abb. 6: Rückbau der temporären Abdichtung

Abb. 7: Abdichtungsarbeiten im 2. Bauabschnitt
Die Deponien Künsebeck 1 und 2 gehen jetzt in die Nachsorgephase und in der Kommunalpolitik entwickeln sich Begehrlichkeiten für die Nachnutzung.
Dieser Beitrag wurde erstmals 2019 auf dem Naue-Kolloquium veröffentlicht.
Geotechnische Einordnung
- Die Deponien Halle-Künsebeck I und II liegen in ehemaligen Kalksteinbrüchen am südlichen Kamm des Teutoburger Waldes; steil abbauende Felswände begrenzen den Deponieraum und ein weitgehend setzungsarmer Felsuntergrund bildet die Grundlage für Basisabdichtungen.
- Die Basisabdichtung entwickelte sich von einfachen Bitumen-/Mineralgemischen über Kunststoffdichtungsbahnen auf Sandbettungen bis hin zu mehrlagigen Systemen mit mineralischen Dichtschichten, HDPE-KDB und darüberliegenden Drainageschichten.
- Frühe Oberflächenabdichtungen mit überwiegend mineralischen Komponenten führten trotz Dichtung zu hohen Sickerwassermengen; dies machte nachträgliche Optimierungen der Oberflächenhydraulik, eine getrennte Erfassung von Oberflächen- und Sickerwasser sowie eine Erweiterung des Entwässerungssystems erforderlich.
- Hydrogeologisch liegt der Standort in klüftigem Cenoman-Kalk, der von einer dichten Turon-Mergelschicht überdeckt wird; belastetes Grundwasser bewegt sich entlang der Kluftsysteme zu Quellhorizonten im Tal des Künsebecker Bachs und wird über Abwehrbrunnen, Fassung und kontinuierliches Monitoring kontrolliert.
- Nach Stilllegung der Deponieflächen wurden temporäre Oberflächenabdichtungen mit Kunststoffdichtungsbahnen eingesetzt, um Sickerwassermengen zu reduzieren, das Setzungsverhalten zu beobachten und die Grundlagen für eine angepasste, endgültige Oberflächenabdichtung zu schaffen.
- Die endgültigen Oberflächenabdichtungssysteme kombinieren geosynthetische Dichtungs- und Drainkomponenten mit erosionsstabilen, kalksteinhaltigen Rekultivierungsböden, um Infiltration zu minimieren, Standsicherheit zu gewährleisten und die Nachsorgephase mit moderatem Pflegeaufwand zu organisieren.
Typische Projektfragen
- Wie können historisch gewachsene Basisabdichtungen, Sickerwassersammler und abschnittsweise erweiterte Deponiebereiche zu einem hydraulisch durchgängigen, langfristig funktionssicheren Abdichtungssystem zusammengeführt werden?
- Welche Kombination aus mineralischen und geosynthetischen Komponenten in der Oberflächenabdichtung reduziert die Infiltration wirksam, berücksichtigt unterschiedliche Setzungen und ermöglicht gleichzeitig steile, standsichere Böschungen und Steilwandbereiche?
- Wie ist das Grund- und Quellwassermanagement mit Abwehrbrunnen, Messstellen, Fassung und Online-Monitoring so auszulegen, dass Grenzwerte dauerhaft eingehalten, Sickerwassermengen beherrschbar bleiben und der Betrieb wirtschaftlich geführt werden kann?
Passende Naue-Produkte & Systemlösungen
Eine projektspezifische Systemauswahl ermöglicht es, Schutzbauwerke effizient, dauerhaft und an die lokalen Gegebenheiten angepasst zu realisieren.
Oberflächenabdichtung und Rekultivierung von Hausmülldeponien
- Bentofix® GCL übernimmt als geosynthetische Tondichtungsbahn die mineralische Dichtfunktion in Oberflächenabdichtungen, reduziert die Infiltration von Niederschlagswasser in den Deponiekörper und kann differenzielle Setzungen besser aufnehmen als mächtige, konventionelle mineralische Dichtschichten.
- In Kombination mit einer HDPE-Kunststoffdichtungsbahn wie der Carbofol® Geomembran entsteht ein Verbundabdichtungssystem, das die Anforderungen der Deponieverordnung erfüllt und sich für großflächige Endabdichtungen auf unterschiedlich gesetzten Teilbereichen eignet.
Sickerwasser- und Oberflächenwasser-Management
- Secudrain® Drainagematten bilden druckstabile Drän- und Schutzschichten oberhalb der Kunststoffdichtungsbahn, nehmen Sicker- und Drainagewasser kontrolliert auf und unterstützen eine getrennte Erfassung von Oberflächen- und Sickerwassermengen.
- Secutex® Geotextilvlies kann als Filter- und Trennlage zwischen mineralischen Filterschichten, Dränschichten und Rekultivierungsböden eingesetzt werden und verhindert das Zuschlämmen von Dränräumen sowie die Durchmischung unterschiedlicher Materialien.
Böschungsstabilität und Steilwandabdichtung
- Secugrid® Geogitter ermöglichen die Bewehrung von Deponieböschungen und Steilabschnitten, verbessern die Scherfestigkeit der Deckschichten und unterstützen standsichere Neigungen auf dem Übergang zwischen Felswand, Gabionenkonstruktionen und Deponiekörper.
- Combigrid® Geoverbundstoff kombiniert Bewehrungs-, Trenn- und Filterfunktion und eignet sich zur Ausbildung tragfähiger Arbeitsebenen, Rampen und Profilierungsflächen auf inhomogenen Untergründen wie Schlacke- und Bauschuttlagen.
Erosionsschutz und Einbindung in das Landschaftsbild
- Secumat® Erosionsschutzsysteme sichern erosionsgefährdete Rekultivierungsböden auf kalksteinreichen Deponieoberflächen, reduzieren Bodenabtrag bei Starkregen und unterstützen den Aufbau einer dauerhaften Vegetationsdecke.
- Secutex® Geotextilvlies kann unter Rekultivierungsschichten als Schutz- und Filterlage eingesetzt werden, verteilt Niederschlagswasser in der Vegetationsschicht und trägt zu einem gleichmäßigen Pflanzenbewuchs und einer angepassten Einbindung in das Landschaftsbild bei.
Mehr Lösungen und Geobaustoffe von Naue
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Secudrain® Drainagematten
Secutex® Geotextilvlies
Secugrid® Geogitter
Combigrid® Geoverbundstoff
Secumat® Erosionsschutzsysteme