Qualitätsanforderungen an Facingelemente aus Stahlgittern

KBE-Facing mit Gabionenkonstruktionen

Axel Friedhoff, Rothfuss Best Gabion GmbH & Co. KG

Definition

Facing = Verkleidung, Verblendung, Frontausbildung, „Gesicht“

Gabione = in der Regel allseits geschlossene Käfige aus miteinander verschweißten, in der Regel verzinkten Stahlstäben (Gitter) zur Aufnahme einer Befüllung aus geeigneten Befüllmaterialien

KBE–Facing mit Gabionenkonstruktionen bietet eine Vielzahl von naturnahen und wirtschaftlichen Gestaltungsmöglichkeiten.

Die aktuell maßgebenden Regelwerke sind:

  • DIN EN 14475 – Ausführungen von besonderen geotechnischen Arbeiten (Spezialtiefbau) – Bewehrte Schüttkörper, DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin, Ausgabe 2006
  • Empfehlungen für den Entwurf und die Berechnung von Erdkörpern mit Bewehrungen aus Geokunststoffen – EBGEO, Verlag Wilhelm Ernst & Sohn, Berlin, Ausgabe 2010
  • Merkblatt über Stütz- und Lärmschutzkonstruktionen aus Betonelementen, Blockschichtungen oder Gabionen M Gab, FGSV Verlag, Köln, Ausgabe 2014
  • DIN EN ISO 16120-2 Walzdraht aus unlegiertem Stahl zum Ziehen – Teil 2: Besondere Anforderungen an Walzdraht für allgemeine Verwendung, DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin, Ausgabe 2011
  • DIN EN 10223-8 Stahldraht und Drahterzeugnisse für Zäune und Drahtgeflechte – Teil 8: Geschweißte Gitter für Steinkörbe, DIN Deutsches Institut für Normung e.V., Berlin, Ausgabe 2014

Die Eingruppierungen von KBE-Facing mit Gabionenkonstruktionen und bedingt verformbaren Frontelementen sind in diesen Regelwerken enthalten. Ebenso sind darin die Werkstoffe und die Güteüberwachung des Stahldrahtes geregelt.

Die im Januar 2018 gegründete GfG Gütegemeinschaft für Gabionen e.V. hat klar definierte Ziele, und zwar die Schaffung von Regeln für eine transparente, permanent neutral überwachte, normkonforme Qualität von Gabionen, beginnend von der Planung über die Definition der zu verwendenden Materialien, Auswahl der richtigen Komponenten, Ausschreibung, Überwachung und Qualitätssicherung bis hin zur Produktion von Gabionenkörben und dem Einbau vor Ort.

Instrument hierbei ist die RAL Gütesicherung. Hierbei handelt es sich um die verbindliche Festlegung der Grundsätze für Planung und Herstellung von Gabionenbauwerken, die Sicherung und Überwachung der Güte von Gabionen und deren Baustoffe und die Weiterentwicklung der Gabionenbauweise. Ein ständiger Erfahrungs- und Informationsaustausch zwischen den Mitgliedern der Gütegemeinschaft, die fortlaufende Sicherung der Qualität, Auslotung von Optimierungsmöglichkeiten für Produkte auf höchstem Qualitätsniveau sowie Hilfestellung für Unternehmen zur Ausarbeitung von Gütekriterien bilden einen weiteren Teil der Aufgaben der GfG Gütegemeinschaft für Gabionen e.V.

Die Güte- und Prüfbedingungen für Gabionen und Gabionenkonstruktionen unterscheiden sich zu den bestehenden Regelwerken hauptsächlich darin, dass über die bisherige Betrachtung in den Regelwerken hinaus, die Bereiche Planung und Bauausführung von Bauwerken und als besonderes Merkmal das Bauwerk definiert werden. Die bestehenden Regelwerke wurden mit dem Ziel weiterentwickelt, ergänzt und angepasst, die Gabione qualitativ zu verbessern.

Einige Beispiele:

  • Anpassung DIN 10223-8 hinsichtlich der Scherfestigkeit der Schweißstellen
  • Betrachtung von Planung und Bauausführung von Bauwerken
  • Langlebigkeit der Schweißgitter sowohl bezogen auf den Salzsprühnebeltest als auch auf Langzeitversuche
  • Der Bereich Befüllmaterialien definiert nicht nur die untere, sondern auch die obere Siebgröße

Die Güte- und Prüfbestimmungen für Gabionen und Gabionenkonstruktionen befinden sich derzeit im Anerkennungsverfahren durch das RAL Institut. Die RAL Gütesicherung steht für ein Mehr an Qualität, Transparenz und Sicherheit. Das Tragen des RAL Gütezeichens verlangt von den gekennzeichneten Produkten und Leistungen, besser zu sein als derzeitige Normen oder gesetzliche Bestimmungen dies vorschreiben. Mit der RAL Gütesicherung ist ein weitreichendes Güteversprechen verbunden. Das System stellt die Zuverlässigkeit, Objektivität und Transparenz der RAL Gütezeichen sicher und steht für Neutralität, Überwachung, Unabhängigkeit, Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Langlebigkeit. Nach Anerkennung dieser neuen Gütesicherung können Produkte und Leistungen, die den Güte- und Prüfbestimmungen entsprechen, mit dem neuen RAL Gütezeichen Gabionen ausgezeichnet werden.

Wir freuen uns über Ihr Interesse und stehen Ihnen für weitere Informationen sehr gerne zur Verfügung.

Rothfuss Best Gabion GmbH & Co. KG
Dr.-Oetker-Straße 30 
54516 Wittlich 

Telefon: 06571 / 95233-0
Telefax: 06571 / 95233-55
www.rothfuss-bestgabion.de
kontakt@rbg.eu

GfG Gütegemeinschaft für Gabionen e.V.
Geschäftsstelle
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54516 Wittlich

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Telefax: 06571 / 95233-55
www.gfg-gabionen.de
info@gfg-gabionen.de

Dieser Beitrag wurde erstmals 2019 auf dem Naue-Kolloquium veröffentlicht.

Geotechnische Einordnung

  • Facingelemente aus Stahlgittern bilden die lastabtragende Front vieler geokunststoffbewehrter Steilböschungen und Wände und beeinflussen maßgeblich Verformungsverhalten, Gebrauchstauglichkeit und Dauerhaftigkeit der Konstruktion.
  • Die Qualität der Stahlgitter (Stabquerschnitte, Maschengeometrie, Schweiß- bzw. Knotenverbindungen und Korrosionsschutzsysteme) bestimmt die Aufnahme von Erd- und Verkehrslasten sowie von Zusatzlasten wie Lärmschutzwänden oder Geländern.
  • Im Zusammenwirken mit geosynthetischen Bewehrungslagen müssen Facing und Bewehrung eine sichere Kraftübertragung gewährleisten; hierfür sind definierte Toleranzen bei Abmessungen, Ebenheit und Anschlussdetails erforderlich.
  • Für dauerhafte Konstruktionen sind Expositionsklassen (z. B. Frost-Tausalz-Belastung, wechselnde Wasserstände) und projektbezogene Nutzungsdauern zu berücksichtigen, woraus Anforderungen an Beschichtungssysteme und Stahlqualitäten resultieren.
  • Die Oberflächenstruktur der Facingelemente beeinflusst die Erosionssicherheit des Vorderbaus, die Begrünbarkeit sowie die Interaktion mit ergänzenden Geobaustoffen wie Erosionsschutzmatten, Filtern und Dränlagen.
  • Normative und projektspezifische Qualitätsanforderungen (z. B. Prüfzeugnisse, werkseigene Produktionskontrolle, Fremdüberwachung) sind wesentliche Grundlage für die Bemessung und Ausführung von Durchschlagsicheren, standsicheren Böschungen und Wänden.

Innovative Erdbau-Technologie zum Schutz vor Naturgefahren

Der Beitrag zu Qualitätsanforderungen an Facingelemente aus Stahlgittern zeigt, wie Stahlgitterfronten zusammen mit geosynthetischer Bewehrung widerstandsfähige Steilböschungen, Stützbauwerke und Dämme ermöglichen. Solche Systeme dienen der Sicherung von Verkehrswegen, Siedlungsflächen und Infrastrukturen gegenüber Böschungsversagen, Erosion und oberflächennahen Rutschungen.

Durch abgestimmte Kombination von Stahlgittern, Bewehrungsgeogittern, Filtern, Dränagen und Erosionsschutzsystemen können schlanke, begrünbare Bauwerksquerschnitte realisiert werden, die sowohl statische als auch hydraulische Anforderungen erfüllen und dabei eine kontrollierte Oberflächenentwässerung gewährleisten.

Typische Projektfragen

  • Welche Anforderungen an Korrosionsschutz, Stahlgüte und mechanische Kennwerte der Stahlgitter sind in Abhängigkeit von Exposition, Nutzungsdauer und Bemessungssicherheitsniveau einzuhalten?
  • Wie sind Facingelemente, geosynthetische Bewehrung und Hinterfüllmaterial konstruktiv zu koppeln, damit Kraftübertragung, Verformungsbegrenzung und Bauzustände (z. B. abschnittsweiser Bau) zuverlässig funktionieren?
  • Welche zusätzlichen Geobaustoffe sind für Filterstabilität, Entwässerung und Oberflächenerosion erforderlich, um ein dauerhaft funktionsfähiges Gesamt-System aus Facing, Bewehrung und Erdkörper zu erhalten?

Passende Naue-Produkte & Systemlösungen

Eine projektspezifische Systemauswahl ermöglicht es, Schutzbauwerke effizient, dauerhaft und an die lokalen Gegebenheiten angepasst zu realisieren.

Bewehrte Erde mit Stahlgitter-Facings

  • Secugrid® m3 Systeme (Bewehrte Erde): Komplettsysteme für geokunststoffbewehrte Wände und Steilböschungen mit definierten Anschlussdetails zwischen Bewehrung und Facing, geeignet für Stahlgitterfronten mit hohen Nutzungsdauern.
  • Secugrid® Geogitter: hochzugfeste Bewehrungsgeogitter zur Aufnahme der Erddruck- und Verkehrslasten hinter Stahlgitter-Facings, mit kontrolliertem Kriech- und Verformungsverhalten.

Oberflächenstabilisierung und Begrünung

  • Secumat® Erosionsschutzsysteme: Erosionsschutzmatten und -systeme zur Sicherung der Erdoberfläche vor und zwischen Stahlgittern, die Auskolkung minimieren und dauerhafte Begrünung unterstützen.
  • Secutex® Geotextilvlies: Filter- und Schutzvliese zur Trennung von Boden und Erosionsschutzschicht sowie zum Schutz empfindlicher Drän- und Dichtungselemente im Bereich der Facingkonstruktion.

Drainage hinter Facingelementen

  • Secudrain® Drainagematten: Dränmatten zur kontrollierten Ableitung von Sicker- und Oberflächenwasser hinter dem Facing, zur Reduzierung von Porenwasserdruck und zur Sicherstellung der Gebrauchstauglichkeit des Bauwerks.

Dichtung und Basisstabilität von Erdbauwerken

  • Bentofix® GCL: geosynthetische Tondichtungsbahnen zur Ausführung von Dichtungselementen im Fußbereich von Dämmen und Lärmschutzwällen, wenn zusätzlich wasserrechtliche Anforderungen erfüllt werden müssen.
  • Carbofol® Geomembran: Kunststoffdichtungsbahnen für hoch beanspruchte Abdichtungen unter oder hinter erdbaulichen Stützbauwerken, etwa bei wasserführenden oder kontaminierten Böden.

Mehr Lösungen und Geobaustoffe von Naue

Weiterführende Informationen zu weiteren Geobaustoffen und Systemlösungen:
Secugrid® Geogitter
Secugrid® m3 Systeme (Bewehrte Erde)
Combigrid® Geoverbundstoff
Secutex® Geotextilvlies
Secudrain® Drainagematten
Bentofix® GCL
Secumat® Erosionsschutzsysteme

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